Lauftagebuch: Marathon nur ein Alptraum?

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Liebes Tagebuch, weniger als sieben Wochen bis zum Marathon! Ich frage mich inzwischen warum ich mich dafür Entschieden habe? Letzte Woche am Samstagabend war ich bereits fix und fertig. Meine wunderschöne vier Kilometer-Runde im Landschaftsgarten legte ich an diesem Tag zwei Mal in 4:02 min/km zurück. Wer den Eiszeit geprägten Landschaftsgarten bei Broda nicht kennt: Es handelt sich um eine sehr wellige Strecke mit Treppen, kurzen und knackigen Anstiegen. Es herrschte ein recht kräftiger Wind, wie eigentlich immer, denn die Wiesen hier werden auch gerne als Drachenwiesen bezeichnet. Eigentlich kein Grund gleich acht Sekunden langsamer zu sein pro Kilometer als letzte Woche. Das halbwegs einzige Flachstück verlief in 3:30 oder 3:35 min recht gut, nur an den Steigungen fehlte es mir deutlich an Kräften. Vermutlich lag es an den vielen Treppenläufen und -sprüngen in dieser Woche.

Mit über 100 Kilometern in der Woche, nach der Einheit im Landschaftsgarten, hätte man die Woche eigentlich abhacken können und Sonntag einen Pausentag einlegen dürfen oder nicht? Nein natürlich nicht, denn du weißt ich will Marathon laufen! Und es standen für Sonntag noch über 30 Kilometer auf dem Plan.

Um das soziale Leben nicht zu vernachlässigen wurde der Samstagabend recht lang. Die Müdigkeit der Woche war nicht nur in den Beinen zu spüren und so hielt mich nur ein Getränke mit Wachhaltemitteln über die Runden.

Sonntagmorgen: Um 10 Uhr klingelte das Telefon und Thomas wollte mit mir zusammen trainieren. Am Telefon entschied ich mich bei seiner Trainingseinheit um 11 Uhr mitzumachen und nicht weiter zu schlafen, denn wie dir bekannt ist laufe ich nicht gerne alleine. Dabei hätte ich nach dieser kurzen Nacht noch ein paar Stunden weiter schlafen können.

Thomas lief 12 Kilometer mit mir zusammen und machte nebenbei seine Tempoeinheiten. Ich genoss jeden gemeinsamen Kilometer mit ihn zusammen. Dann war ich alleine und es lagen noch fast 20 km vor mir. Bei 17 Kilometer war ich am Ende meiner Kräfte, der letzte Kilometer war schon deutlich über 5 min. Energie-Gel musste rein und weiter ging´s! Nach knapp sechs Kilometern erholte sich mein Körper und das Tempo wurde wieder deutlich erhöht. Ab 26-27 Kilometer setzte wieder mal die Kilometerdroge bei mir ein. Keine Ahnung ob es so was gibt liebes Tagebuch, aber ab diesen Punkt stelle ich bei mir einen seltsamer Zustand der Befriedung fest! Was vielleicht daran liegen kann, das man kurz vor der Vollendung einer seltenen und nicht alltäglichen Leistung steht. Ab hier liefen Kopf und Beine nicht mehr im Einklang. Die Beine schmerzten und verlangten nach einer Pause, dagegen entwickelte der Kopf langsam Freude am Kilometersammeln.

Nach 33 km setzte ich mich erschöpft und mit zittrigen Beinen vor meine Haustür. Ich blickte ins Leere und überlegte ob ich die fünf Stockwerke zu meiner Wohnung noch bewältigen kann? Nach mehren unentschlossenen Minuten stapfte ich, wie ein Trailläufe, mit den Händen auf meinen Knien die Treppe rauf. Ich lies mich aufs Bett fallen, wollte nur kurz die brennenden Beine lang machen. Doch die Müdigkeit war sofort da. Bevor ich für zwei Stunden einschlief, noch in meinen Sportkleidung, dachte ich an meinen Marathon: „Nur noch 9 Kilometer mehr,….was wird das nur für ein Alptraum?“


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