Durch die Dünen von Dänemark

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Neun Tage in Dänemark vergehen wie im Fluge. Besonders wenn man zwei Mal täglich trainiert, dabei ist der normale Tag schon für ein zweites Training immer etwas zu kurz. Mir ist es aber gelungen neben dem Training noch etwas Zeit am Strand zu verbringen, die Vuelta mit meinem Vater im TV zu verfolgen und allen Familienaktivitäten halbwegs beizuwohnen.

Die ersten 3 Tage begannen noch ruhig, weil ich am Sonntag beim Storåløbet Holstrebro 2014 über die Halbmarathon-Distanz starten wollte. Am ersten Tag freute ich mich auf ein „gemütliches“ Läufchen durch die Hinterlandschaft der Dünen. Ich wollte dabei die alten Strecken, vor drei Jahren in Dänemark, wieder entdecken und neue Pfade aufzuspüren.

Hinter den Dünen entdeckt man die wirkliche Abwechslung von Dänemark. Für mich ist es ein Rätsel, was Leute begeistert am Strand entlangzulaufen. In diesem Urlaub hab ich leider wieder den Fehler gemacht und war am Strand laufen. Dabei läuft man möglichst nah am Meer um nicht völlig im Sand zu versinken. So schwappt auf der einen Seite das Wasser und auf der anderen der lockerer Sand. Nach drei Kilometer hin und zurück ist man doch mit jeden Schritt im Sand eingesunken und die nassen Füße sind mir auch nicht erspart geblieben. Die Abwechslung im ewigen Sand und am Wasser sind dann vier tote Quallen und ein Krebs, der mich beim Fotografieren in den Finger zwicken wollte, gewesen.

Die Hinterlandschaft jedoch bietet verschlungene und vermooste Waldpfade, sowie mit Gras bewachsene sandige und hüglige Wege durch die Dünen. Dort fühlte ich mich ab dem ersten Trainingstag wohl. Im zügigen Tempo sauste ich durch die Wälder, sprang über sandige Stellen, kämpfte mich die Dünen hoch und runter. Am Ende zeigte dann meine Uhr für diesen „gemütliche“ Dauerlauf von 20 km einen Durchschnitt von 4:16 min pro Kilometer an. Am nächsten Tag war ich dann nicht mehr so flink unterwegs…..

Am Sonntag kam dann der Wettkampf in Holstebro. Auf dem Militärgelände mit einer geteerten Laufbahn wurde gestartet. Weit über 1000 Läufer sind auf unterschiedlichen Strecken an dem Start gegangen.

Ich stellt sofort fest, dass sich die Dänen nicht Einlaufen, denn ich sah nur wenige Sportler sich warm machen. Aus diesem Grund führten sie vermutlich ein gemeinschaftliches Aufwärmprogramm ein. In der Mitte des Sportplatzes führte eine Person ein Programm von Step- und Dehnübungen vor und erklärte diese über ein Mikrofon. Auf dem ganzen Sportplatz wurden die Übungen nachgeahmt und so beteiligten sich von jung bis alt viele hunderte Läufer freudig und begeistert am Programm. Bei unseren Volksläufen wäre so ein Spektakel undenkbar.

Der Wettkampf war nicht sonderlich spannend. Die Strecke bestand zum großen Teil aus Straßen oder geschotterten Wegen, mit einigen großen Steigungen. Als Trailläufer bin ich erst auf den letzten 1500 m auf die erhofften abwechslungsreichen Pfaden gestoßen.

Die Dänen liefen recht gemütlich los, vermutlich weil sie sich nicht einlaufen. So befand ich mich gleich zu beginn an der Spitze. Ab drei Kilometer ließ ich den dänischen Lokalmatador, der das Wasser an dem Verpflegungsständen gereicht bekam, aufschließen. Bis Kilometer 10 liefen wir zusammen, ab dann musste ich ihn ziehen lassen. Blieb jedoch noch einige Kilometer in „Schlagweite“. Ab 14 Kilometer hatte ich einen kleinen Einbruch und musste deutlich Tempo raus nehmen. Weitere Verfolger ließen sich nicht blicken und so erreichte ich als Zweiter das Ziel auf der geteerten Bahn.

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Crosstraining in den Dünen

Als Belohnung für einen zweiten Platz und einer Laufzeit von 1:20:23 h winkte dann das „dicke Preisgeld“ von 500 Kronen….

Die zweite Trainingswoche begann gleich wieder am nächsten Tag. Der Muskelkater in den Waden von dem Halbmarathon und den ersten Tagen in den Dünen wurde ignoriert. Am Montag und Dienstag wurde erst mal locker trainiert. Am Mittwoch dann mein neues Crosstraining: Sechs Mal 1000 m mit 3 min Pause durch die Dünen. Auf schmalen Pfaden jagte ich über einen Rundkurs hoch und runter bis mir schlecht wurde. Ein abwechslungsreicheres Training wird es nicht geben: Kraft am Hügel, Tempowechsel in Kurven, lange Schritte in den Flach- und Abwärtspassagen, sowie Sand und noch mehr Sand. Danach wurde sich in der Nordsee erfrischt und somit mit meiner Familie der Laufurlaub Familienurlaub verbracht

Am Freitag war dann das ganze Dänemarkspektakel vorbei und es ging zurück nach Deutschland. In dieser Woche, nach dem Halbmarathon, erreichte ich letztendlich 122 km, also eine guter Start aus meiner Sommerlaufpause.


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