„Die Nacht nach den Marathon“

Hätte mich irgendjemand vorgewarnt vor „der Nacht nach den Marathon“, wäre ich vermutlich nie gelaufen! Am Abend bereiteten mir die etwas steifen Bewegungen beim Gehen oder Treppensteigen, sowie die leichten Schmerzen, nur wenig Kopfzerbrechen. Ganz im Gegenteil zu der Nacht. Ich schlief weniger als drei Stunden und litt an Höllenqualen. Meine Beine brannten, ganz besonders die Kniekehlen. Ich schwitzte und fror abwechselnd. Keine Position im Bett versprach eine Linderung der Schmerzen. Die Bettdecke verursachte durch ihr Gewicht weitere unerträgliche Qualen.

Um 5 Uhr morgens gab ich jegliche Versuche auf, in schmerzfreie Träume zu entfliehen. Ab 6 Uhr hielt ich keine weitere Sekunde mehr im Bett aus. Jeder Schritt wurde zu einer Qual, stehen und gehen waren jedoch besser als liegen. Die gefühlte Zeit beim Treppensteigen war vergleichbar mit meinen Durchschnittstempo pro Kilometer am Vortag. Um 7:30 verbrachte ich die nächste Stunde im Salzbad in der Badewanne. Beim Einsteigen in die Wanne hatte ich das Gefühl, ich wäre über Nacht um 75 Jahre gealtert. Nach diesem Bad waren die Schmerzen halbwegs erträglich. Am Dienstag gelang es mir meine Beine wieder ganz anzuwinkeln. An den Qualen erinnerte am Mittwoch beim ersten Training nur noch ein leichtes Drücken im linken großen Zeh.

Noch nie habe ich so extreme Schmerzen erlebt. Doch im nächsten Jahr werde ich wieder an den einen anderen Marathon teilnehmen. Die Schmerzen werde ich dann mit Freude erwarten, denn was ist schon eine verdammte Nacht gegen unzählige qualvolle Stunden im Training?


Posted in Allgemein, Marathonwith no comments yet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.